Sonntag, 24. Juni 2012

green.life.week 25/12

green.life.week ist mein persönlicher Wochenrückblick mit dem Schwerpunkt auf "grünen" Themen. Einmal alle 7 Tage (nach Möglichkeit immer am Sonntag) möchte ich mit euch Artikel, Bilder oder auch Bewegtbilder teilen, die ich als lesens- bzw. sehenswert empfand oder die mich in irgendeiner Art und Weise bewegt haben - sowohl positiv als auch negativ. Meine Kommentare dazu werden voraussichtlich eher kurz ausfallen, was in der Hauptsache daran liegt, dass ich sicherstellen möchte auch regelmäßig die Zeit für diesen kleinen Wochenrückblick aufbringen zu können. Und nun viel Spaß bei green.life.week KW 25 :)


Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA hat dem Konzern Monsanto die Erlaubnis zum Anbau von Gen-Soja in Europa erteilt. Eine Entscheidung die direkt am Willen der Bevölkerung vorbei ging. Lest hier den Artikel der SZ online.

Vor wenigen Tagen startete die neue Greenpeace-Kampagne zum Schutz der Arktis. Die Arktis ist ein wichtiger Klimaregulator doch das Eis schmilzt immer schneller. Bald werden die großen Erdölunternehmen dort nach Öl bohren können und wollen. Das würde das empfindliche Ökosystem erheblich stören. Greenpeace will erreichen, dass die Arktis zu einem internationalen Schutzgebiet erklärt wird, ähnlich wie es bereits bei der Antarktis der Fall ist. Unterzeichnet auf jeden Fall die Petition online, den das Wettrennen zwischen Shell, Exxon, PB und Co. hat bereits begonnen.



Die Verbraucher haben abgestimmt: der Goldene Windbeutel, welcher jährlich von foodwatch für die dreisteste Werbelüge (im Bereich Lebensmittel) vergeben wird, ging in diesem Jahr an die Hipp Instant-Tees ab dem 12. Monat, da pro Tasse ca. zweieinhalb Stück Würfelzucker enthalten sind. Es handelt sich damit um ein Süßgetränk, welches für Kleinkinder sicher nicht empfehlenswert ist. Ein Video zur Verleihung habe ich auf dem YouTube Kanal der dpa gefunden:



Mein persönliches Wochen-Highlight: Wie die IRF (International Rhino Foundation) gestern via Facebook bekannt gab, hat das Sumatra-Nashorn-Weibchen Ratu einen gesunden kleinen Bullen zur Welt gebracht. Auch bei Spiegel Online ist ein Artikel dazu erschienen.
Sämtliche der fünf Nashornarten (und deren Unterarten) sind vom Aussterben bedroht. Vom Sumatra-Nashorn gibt es Schätzungen zufolge nur noch um die 200 Exemplare. Dies ist besonders erschreckend, wenn man bedenkt, dass die Tiere keine natürlichen Feinde haben. Ich habe auch dem Alabaster-Mädchen Blog vor einigen Wochen einen längeren Artikel zu diesem Thema veröffentlicht.

Was ihr mit aussortierten Klamotten machen könnt, war diese Woche bei Erbse von blanc et noir ein Thema. Eins vorweg: einfach wegschmeißen sollte immer die letze Wahl sein.

Erst heute habe ich zudem einen sehr prägnanten Artikel zum Thema Blue Jeans gelesen. Der noch junge Blog  lovinfair von Mari beschäftigt sich mit grüner Mode bzw. fairer Kleidung und Naturkosmetik. Abonnieren!


Was hat euch in dieser Woche bewegt?

Liebe Grüße
°Sun

Mittwoch, 20. Juni 2012

ECOVER Reinigungsprodukte

Im vergangene Jahr bin ich das erste Mal auf das Unternehmen ECOVER aufmerksam geworden, welches 1980 in Belgien gegründet wurde und ökologische Wasch- und Reinigungsmittel produziert. Diese sind zu 100% biologisch abbaubar. Im Sortiment finden sich verschiedene Geschirrspülmittel, Spülmaschinen-Tabs und Klarspüler, diverse Waschmittel in Pulverform oder flüssig, Bleichmittel, Fleckengel, Reinigungsmittel u.a. für Glas und Böden und noch einiges mehr. Eine hübsch aufbereitete Übersicht findet sich auf der Website als PDF. Neben diesem Sortiment für Privatkunden gibt es auch eine ECOVCER Professional Linie für Gewerbekunden.

Aktuell nutze ich drei der Produkte: das Color-Waschpulver Konzentrat, das Geschirrspülmittel Granatapfel & Limette sowie den Weichspüler "Unter der Sonne". Letzteren seht ihr auf den Fotos noch in der alten Flasche, während das Geschirrspülmittel und das Waschpulver bereits im neuen überarbeiteten Design anmuten.






Die neuen Verpackungen stehen seit Anfang 2012 im Handel. Aber nicht nur die Etiketten sind überarbeitet, sondern auch die Plastikverpackungen der flüssigen Produkte. Das dafür verwendete Polyethylen ist nämlich nicht mehr auf Erdölbasis produziert, sondern es handelt sich nun um sog. grünes Polyethylen aus Zuckerrohr. Nur bei den Verschlüssen ist die noch nicht der Fall. Insgesamt empfinde ich die Umweltpolitik des Unternehmens als vorbildlich und lesenswert.




Das kleine Symbol "Grüne Flasche" auf der Rückseite des Spülmittels ist in meinen Augen etwas zwiespältig. Einerseits ist es ein Blickfang und macht direkt darauf aufmerksam, dass die Flasche aus pflanzenbasiertem Plastik ist. Andererseits mutet es wie ein offizielles Siegel oder Label an, wie sie normalerweise von unabhängigen Institutionen vergeben werden und könnte damit für Verwirrung sorgen.

Mit der Reinigungsleistung der ECOVER Produkte bin ich übrigens sehr zufrieden. Allerdings gibt es in unserem Haushalt keine Kinder und auch keine Person die einen handwerklichen Beruf ausübt, sodass unsere Wäsche keine wirkliche "Herausforderung" für ein Waschmittel ist.


Inhaltsstoffe Color-Waschpulver Konzentrat: Zeolite, Sodium C 12-18 Alkyl Sulfate, Sodium Carbonate, Sodium Bicarbonate, Sodium Disilicate, Fatty Acides Mehyl Esters Ethocyxlates, Sodium Citrate, Sodium Poly Asparaginate, Aqua, Sodium Sulfate, Sodium Cocoate, Alluminium Silicate, Cellulose Gum, Parfum, Trisodium Ethylenediamine Disuccinate, Amylase, Subtilisin.

Inhaltsstoffe Geschirrspülmittel Granatapfel & Limette: Aqua, Sodium Laureth Sulfate, Lauryl Glucoside, Lactic Acid, Sodium Citrate, Parfum, Limonene.

Inhaltsstoffe Weichspüler "Unter der Sonne": Aqua, N-methyl-triethanolammonium-dialkylester, Methosulfate, Dipropyleneglycol Methylether, Perfume, Sorbic Acid, Magnesium Chloride, Linalool, Citronellol.

In den Produkten von ECOVER finden sich keine Erdölstoffe, sondern nur Rohstoffe aus erneuerbaren Quellen (also pflanzlich und mineralisch). An und für sich gefällt mir das zwar gut, aber die im Geschirrspülmittel enthaltenen Weiterverarbeitungsprodukte von Palmöl (= Palmölderivate) stören mich dabei etwas. Bei Naturkosmetik achte ich darauf, dass kein oder nur Palmöl aus Bio-Anbau verwertet wurde. Zumindest befasst man sich aber auch bei ECOVER recht intensiv mit diesem Thema, wie diese Pressemitteilung deutlich macht.

Interessant fand ich die Begründung dafür, warum ECOVER auf Produkte aus Bio-Anbau verzichtet:
"Grundsätzlich wäre das vielleicht wünschenswert, aber aus ethisch-moralischen Gründen lehnt Ecover einen massiven Einsatz von Rohstoffen aus biologischem Anbau ab. ‘Solange Menschen in anderen Ländern Hunger leiden und keinen gesicherten Zugang zu sauberem Wasser haben, kann es keine vernünftige Begründung für den Einsatz solcher Rohstoffe in großem Stil in technischen Produkten geben’, sagt Peter Malaise [Konzeptmanager ECOVER Anm. d. A.]. Produkte aus kbA gehören eben nicht in die Waschmaschine." (Quelle)
Andere Hersteller von ökologischen Reinigungsprodukten setzen allerdings ganz bewusst Rohstoffe aus Bio-Anbau ein (Sonett, Sodasan, Almawin, Klar). Die Geschäftsleitung von Sonett entgegnet den Argumenten von Peter Malaise wie folgt:
"Bio-Rohstoffe werden angebaut, wenn die Nachfrage dafür da ist! Gerade wenn sehr große Mengen an Ölen gebraucht würden, wäre das die Gelegenheit, nennenswerte Flächen auf Bio umzustellen." (Quelle)

Leider verfüge ich nicht über ausreichend Hintergrundwissen um die Aussagen kompetent bewerten zu können und eine als falsch und die andere als richtig zu beurteilen. Beides klingt für mich logisch und nachvollziehbar. Vielleicht liegt die Wahrheit auch irgendwo dazwischen.

Kennt ihr die Produkte von ECOVER? Welche Reinigungsmittel nutzt ihr? Was denkt ihr zum Thema Bio-Rohstoffe in Reinigungsmitteln?

Liebe Grüße
°Sun


Dienstag, 12. Juni 2012

"Schwarzbuch WWF - Dunkle Geschäfte im Zeichen des Pandas" von Wilfried Huismann

Am vergangenen Samstag kam das "Schwarzbuch WWF - Dunkle Geschäfte im Zeichen des Pandas" von Wilfried Huismann bei mir an. Ich hatte es eine Woche zuvor direkt beim Verlag bestellt.




Bei diesem Buch handelt es sich um eine Zweitverwertung (und Ergänzung) des Films "Der Pakt mit dem Panda", den man auch auf YouTube ansehen kann.
Die Erstausstrahlung im Sommer 2011 ging bereits damals durch die Medien (Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau, Spiegel Online, ...).
Mit Spannung habe ich die Doku damals im TV verfolgt und auch die damit verbundene mediale Berichterstattung. Ich muss zugeben, dass ich mich zuvor nie wirklich bewusst mit dem WWF auseinandergesetzt habe. Ich verfolge eher die Arbeit von Greenpeace und da hat man schon genug Input. Vom WWF wurde natürlich auch eine Stellungnahme zum Film veröffentlicht und auf einzelne Aussagen des Films Bezug genommen (ganz nach unten scrollen).
Der Film darf inzwischen in dieser Form nicht mehr ausgestrahlt werden. Durch drei Einstweilige Verfügungen des Landgerichts Köln wurde die erneute Verbreitung, von den im Film gemachten falschen Tatsachenbehauptungen, untersagt. Welche Aussagen das genau sind, kann auch auf der Seite des WWF nachgelesen werden (PDFs am Ende der Seite).
Es handelt sich um etwa zehn Äußerungen von je ein bis drei Sätzen. Ich habe mir vor Kurzem den Spaß gemacht den (ungeschnittenen) Film auf YouTube erneut anzusehen. Selbst wenn man die falschen Tatsachenbehauptungen weg lässt, bieten sich mir genug Aussagen, um den WWF nun nicht mehr als die vertrauenswürdige NGO zu betrachten, für die ich sie einst gehalten habe. (Juan Carlos hat  das sicher noch verstärkt.)

Ich muss zugeben, dass der Film tatsächlich teilweise sehr beeinflussend wirken kann. Es wird z.B. ausführlich beschrieben (auch an Einzelschicksalen) wie rücksichtslos das Agrarunternehmen Monsanto vorgeht. Damit wird der WWF schon ganz automatisch in ein negatives Licht gerückt. Der WWF ist aber nicht Monsanto und natürlich auch nicht für das Handeln dieses Unternehmens verantwortlich. Dennoch ist für mich absolut nicht nachvollziehbar warum sich eine Umweltschutzorganisation an den runden Tisch mit einem solchen Unternehmen setzen kann. Ich verstehe natürlich die Begründung (mehr erreichen durch direkte Anteilnahme als durch Enthaltung), aber bezweifle den Erfolg eines solchen Vorgehens. Ich bin da eher ein Fan der Greenpeace-Methode: Aufmerksamkeit (und Druck) durch eine öffentliche Konfrontation (z.B. mit Unternehmen) erzeugen.

Ebenso stört mich die Haltung des WWF in den USA und Argentinien zum Thema Gentechnik. Auf der Website des WWF Deutschland ist zu lesen, dass die Länderorganisationen des WWF in den USA und Argentinien eine neutrale Haltung zur Gentechnik einnehmen. Nachdem was im Film "Der Pakt mit dem Panda" gezeigt wird (nämlich Jason Clay, der Vizepräsident des WWF US), gewinne ich eher den Eindruck, dass Gentechnik dort befürwortet wird. Mir ist klar, dass der WWF Deutschland gegen Gentechnik ist. Wenn ich nun aber die deutsche Länderorganisation mit einer Spende unterstütze, dann mag das Geld zwar in Deutschland bleiben, aber dennoch legitimiere ich damit den WWF als Gesamtorganisation. Wir leben zudem im Zeitalter der Globalisierung und da ist es für mich auch relevant was außerhalb der Grenzen Deutschlands geschieht.


Wie ich aufgrund eines Artikels der Süddeutschen Zeitung erfuhr kam am 23. April nun das "Schwarzbuch WWF - Dunkle Geschäfte im Zeichen des Pandas" von Wilfried Huismann auf den Markt. Auch dagegen geht der WWF juristisch vor. Voraussichtlich am 15. Juni wird gerichtlich entschieden ob das Buch vom Markt genommen werden muss. Sehr interessant finde ich, dass der WWF es schon jetzt geschafft hat, dass alle großen Online-Buchhändler das Buch aus dem Sortiment genommen haben. Daher habe ich es (für 23,49 € inklusive Versand) direkt beim Verlag geordert. Inzwischen ist auf Amazon (als Kindle Edition), Thalia, Libri oder auch Buch.de zumindest die eBook-Version wieder erhältlich.
Artikel zu diesem Thema finden sich auch online z.B. in der Frankfurter Rundschau, der FAZ oder als Bewegtbilder in der 3sat Mediathek.

Bisher habe ich mir nur den Klappentext des Buches durchgelesen, aber bin schon sehr gespannt auf die konkreten Inhalte und auch auf die gerichtliche Entscheidung am 15. Juni.

Kennt ihr das Buch oder den Film? Wie ist eure Meinung dazu?

Liebe Grüße
°Sun


Edit 16.06.2012

Wie gestern in der SZ zu lesen war ist die juristische Entscheidung im Grunde zu Gunsten des "Schwarzbuch WWF" ausgefallen. Man hat sich zwar bei einigen Details geeinigt, die in der zweiten Auflage des Buches verändert werden, aber die Kernaussage des Buches bleibt bestehen.